Warum Office legal günstiger geht
Eine vorbenutzte Office-Lizenz darf in der EU und der Schweiz weiterverkauft werden. Das hat der Europäische Gerichtshof 2012 mit dem Urteil C-128/11 entschieden, für die Schweiz gilt Art. 12 Abs. 2 URG analog. Deshalb kostet eine geprüfte Office-Lizenz aus solchen Beständen deutlich weniger als die Neuware im Microsoft Store. Das ist legal und kein Trick.
Es gibt also einen echten, rechtlich sauberen Grund für günstigere Preise. Was es nicht gibt, ist ein legaler Weg, Office für einen einstelligen Frankenbetrag zu verkaufen.
Hinter extrem tiefen Preisen steckt fast immer ein anderer Mechanismus: Die Keys sind für andere Weltregionen lizenziert, etwa China, Indien oder Afrika, und dürfen hier gar nicht verkauft werden. Solche falsch regionalcodierten Keys aktivieren manchmal kurz und werden von Microsoft jederzeit serverseitig wieder gesperrt, teils Wochen nach dem Kauf. Wer so einkauft, trägt nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein rechtliches Risiko.
Woran Sie ein unseriöses Office-Angebot erkennen
- Unrealistisch tiefer Preis. Eine einzelne, privat weiterverkaufte Lizenz mag am Flohmarkt einmal 20 Franken kosten. Ein Händler, der Office systematisch zu einem einstelligen Betrag anbietet, kann das aus legalen Beständen nicht. Das ist das deutlichste Warnsignal.
- Keine echte Firma dahinter. Bei vielen Billigstanbietern steckt kein echtes Unternehmen dahinter. Journalistisch dokumentiert sind Fälle mit erfundenen Adressen und Steuernummern und ohne erreichbaren Support. Dann ist weder die Rechnung steuerlich gültig noch die Lizenz legal.
- Dubiose Key-Herkunft. Keys aus Drittländern mit falscher Regionalcodierung, etwa aus China, Indien oder Afrika, dürfen hier nicht verkauft werden. Microsoft kann sie jederzeit serverseitig sperren, auch Wochen nach der Aktivierung.
- Keine Garantie bei Sperrung. Wird der Key gesperrt, gibt es bei unseriösen Shops weder Ersatz noch Geld zurück. Das Risiko trägt allein der Käufer.



