Windows 10 vs. Windows 11: Jetzt upgraden oder auf Windows 12 warten?
Über 400 Millionen PCs laufen noch mit Windows 10. Seit dem 14. Oktober 2025 bekommen sie keine Sicherheitsupdates mehr. Das ist keine abstrakte Gefahr, sondern ein konkretes Risiko für jeden, der online Banking macht, sensible Daten speichert oder einfach nur sicher arbeiten will. Aber lohnt sich der Umstieg auf Windows 11 überhaupt noch? Oder wartest du besser auf Windows 12?
Die kurze Antwort: Auf Windows 12 zu warten ist keine Option. Das System kommt frühestens 2026 oder 2027. Bis dahin sitzt du auf einem unsicheren Betriebssystem. Aber die lange Antwort ist komplizierter. Denn Windows 11 hat echte Vorteile, aber auch nervige Einschränkungen. Ich zeige dir, was sich wirklich geändert hat und wie du die beste Entscheidung für deinen PC triffst.
Das Support-Ende: Warum Oktober 2025 ein harter Schnitt ist
Microsoft hat Windows 10 am 14. Oktober 2025 offiziell in Rente geschickt. Das klingt erstmal harmlos. Dein PC läuft ja weiter. Aber hier kommt der Haken: Hacker sammeln seit Monaten sogenannte Zero-Day-Exploits. Das sind Sicherheitslücken, die sie gezielt zurückhalten, um sie nach dem Support-Ende massenhaft auszunutzen.
Meine Erfahrung aus der Branche zeigt: Die ersten Wochen nach einem EOL-Datum sind besonders kritisch. Angreifer wissen, dass Millionen ungepatchter Systeme online sind. Ein Windows 10-Rechner im Netz ist ab jetzt ein offenes Scheunentor.
Für Unternehmen wird es noch heikler: Die DSGVO-Falle
Was für Privatleute ein Sicherheitsrisiko ist, wird für Unternehmer und Selbstständige schnell zum rechtlichen Problem. Artikel 32 der Datenschutz-Grundverordnung schreibt vor, dass personenbezogene Daten nach dem "Stand der Technik" geschützt werden müssen.
Die Konsequenz ist unangenehm: Wer nach Oktober 2025 noch Windows 10 ohne ESU am Internet betreibt und Kundendaten verarbeitet, handelt fahrlässig. Wenn dann tatsächlich Daten gestohlen werden, drohen nicht nur der Schaden durch den Hack selbst. Auch die Datenschutzbehörden können Bußgelder verhängen. Und die sind bei DSGVO-Verstößen bekanntlich nicht zimperlich.
Für IT-Abteilungen und Freelancer bedeutet das: Das Upgrade auf Windows 11 ist keine reine Geschmacksfrage mehr. Es ist eine Compliance-Anforderung.
Microsoft bietet einen Ausweg: Für 30 Dollar kannst du Extended Security Updates kaufen. Das verlängert den Schutz um ein Jahr bis Oktober 2026. Für Unternehmen wird es teurer: 61 Dollar im ersten Jahr, dann verdoppelt sich der Preis jährlich. Das ist Microsofts Art zu sagen "Wechselt endlich".
Windows 11 Home vs. Pro: Was brauchst du wirklich?
Bevor wir über den Umstieg reden, klären wir eine Frage, die mich ständig erreicht: Home oder Pro? Die beiden Versionen laufen auf dem gleichen Kernel. Pro ist quasi Home mit freigeschalteten Extras. Aber welche Extras brauchst du?
BitLocker ist der größte Unterschied. Die Home-Version hat zwar eine Geräteverschlüsselung, aber die zwingt dich zur Nutzung eines Microsoft-Kontos. Der Wiederherstellungsschlüssel landet dann in der Cloud. Mit der Pro-Version kontrollierst du alles selbst. Du kannst einzelne Partitionen verschlüsseln, USB-Sticks sichern und den Schlüssel lokal speichern.
Remote Desktop funktioniert in Home nur als Client. Du kannst dich zu anderen PCs verbinden, aber niemand kann sich auf deinen PC schalten. Wer von unterwegs auf den Heim-Rechner zugreifen will, braucht mit der Home-Version Drittanbieter wie TeamViewer.
Gruppenrichtlinien gibt es nur in Pro. Das klingt nach Enterprise-Kram, aber ehrlich gesagt: Ich nutze die regelmäßig, um Windows-Updates zu verzögern oder nervige Funktionen abzuschalten. Mit Home musst du in der Registry rumpfuschen. Das ist fehleranfällig und dauert ewig.
Meine Meinung: Für reine Heim-PCs reicht Home. Sobald du professionell arbeitest oder Wert auf Datenschutz legst, nimm Pro.
Warum Microsoft dich zwingt, neue Hardware zu kaufen
Hier wird es spannend. Windows 11 hat Hardware-Anforderungen, die Millionen funktionierender PCs ausschließen. Du brauchst mindestens einen Intel Core der 8. Generation oder AMD Ryzen 2000. Dazu ein TPM 2.0 Chip und UEFI mit Secure Boot.
Der heimliche Grund für die CPU-Sperre
Die offizielle Erklärung lautet "Sicherheit". Aber ich habe genauer hingeschaut. Die wahre Ursache ist Intels Thread Director Technologie. Ab der 12. Generation kombiniert Intel schnelle Performance-Kerne mit sparsamen Effizienz-Kernen. Windows 10 kann damit nicht gut umgehen. Der alte Scheduler verteilt Aufgaben ineffizient und verschenkt Leistung.
Windows 11 arbeitet eng mit dem Thread Director zusammen. Vordergrundaufgaben landen auf den schnellen Kernen, Hintergrunddienste auf den sparsamen. Das Ergebnis: bessere Performance bei gleichem Stromverbrauch. Aber diese Optimierung funktioniert nur mit neuerer Hardware.
Benchmarks bestätigen das Bild. Auf modernen Prozessoren holt Windows 11 deutlich mehr raus. Auf älteren Systemen kann Windows 10 sogar schneller sein, weil der Overhead durch Sicherheitsfeatures wie VBS fehlt. Ein Test zeigte bis zu 33 Prozent bessere Performance unter Windows 10 auf einem älteren System.
Die Bypass-Methode: Windows 11 auf alter Hardware installieren
Ja, du kannst die Sperren umgehen. Microsoft toleriert das sogar halbherzig. Aber es gibt Risiken.
Rufus ist das populärste Tool dafür. Du erstellst damit einen USB-Stick, der alle Hardware-Checks deaktiviert. Die Installation klappt dann auch auf PCs mit TPM 1.2 oder nicht unterstützten CPUs. In meinem ausführlichen Artikel Windows 11 ohne TPM installieren: So umgehst du die Hardware-Sperre zeige ich dir Schritt für Schritt, wie das funktioniert.
Die Konsequenzen solltest du kennen: Microsoft blendet ein Wasserzeichen auf dem Desktop ein. Große Updates wie Version 24H2 kommen nicht automatisch. Du musst sie manuell erzwingen. Und theoretisch kann Microsoft jederzeit den Hahn zudrehen und Sicherheitsupdates verweigern. Stand Dezember 2025 passiert das noch nicht, aber die Drohung steht im Raum.
Für technisch versierte Nutzer ist das ein gangbarer Weg. Für alle anderen: zu riskant.
Windows 11 24H2: Die guten und die schlechten Seiten
Das aktuelle große Update bringt echte Verbesserungen, aber auch Ärger.
Recall ist das kontroverseste Feature. Die Funktion erstellt regelmäßig Screenshots und analysiert sie mit KI. Du kannst dann in deiner eigenen PC-Historie suchen wie in einer Suchmaschine. Nach massiver Kritik ist Recall jetzt Opt-in. Du musst es aktiv einschalten. Die Daten werden verschlüsselt gespeichert und brauchen Windows Hello zur Freischaltung. Trotzdem: Wer das nicht will, muss aufpassen.
Snap Layouts machen das Fenstermanagement endlich brauchbar. Du fährst mit der Maus über den Maximieren-Button und siehst verschiedene Anordnungen. Besonders am Laptop mit externem Monitor ist das praktisch. Windows merkt sich Fensterpositionen beim Abdocken und stellt sie wieder her.
Virtuelle Desktops haben ebenfalls ein Upgrade bekommen. Du kannst sie jetzt endlich umbenennen. Klingt banal, aber für mich war das ein Game-Changer. Ein Desktop heißt "Arbeit", einer "Recherche", einer "Privat". Vorher musste ich raten, welcher Desktop was war.
Die Taskleiste ist weiterhin eingeschränkt. Du kannst sie nicht mehr an die Seite verschieben. Tools wie ExplorerPatcher, die das korrigiert haben, funktionieren mit 24H2 nicht mehr zuverlässig. Microsoft hat den Legacy-Code entfernt. Für mich persönlich ist das nervig, weil ich die Taskleiste links hatte.
Die gute Nachricht: Mit Tools wie PowerToys lässt sich Windows 11 trotzdem ordentlich anpassen. Aber das ist Stoff für einen eigenen Artikel.
WordPad ist Geschichte. Microsoft hat den Editor komplett entfernt. Auch das Windows Subsystem for Android ist weg. Wer Android-Apps unter Windows nutzen wollte, steht vor einer Sackgasse.
Warum "auf Windows 12 warten" keine Strategie ist
Ich höre diese Idee ständig: "Windows 11 überspringen und direkt auf Windows 12 wechseln." Das klingt clever. Ist es aber nicht.
Die Timeline spricht dagegen
Experten wie Zac Bowden von Windows Central gehen von einem Release frühestens 2026 oder 2027 aus. Microsoft hat 2025 offiziell als "Windows 11 Refresh" Jahr bezeichnet. Version 25H2 kommt, aber kein Windows 12.
Zwischen dem Support-Ende von Windows 10 und dem Windows 12 Release vergehen also ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit nutzt du ein unsicheres Betriebssystem. Jeden Tag. Das ist wie Autofahren ohne Bremsen und hoffen, dass nichts passiert.
Windows 12 wird dieselben Hardware-Anforderungen haben
Falls du hoffst, dass Windows 12 wieder auf älteren PCs läuft: vergiss es. Die Anforderungen werden eher strenger. Microsoft pusht KI-Funktionen, die dedizierte NPUs brauchen. Die aktuelle Hardware-Grenze ist das neue Normal.
Was du jetzt tun solltest: Meine konkreten Empfehlungen
Dein PC ist von 2018 oder neuer? Upgrade jetzt auf Windows 11. Die Kinderkrankheiten sind behoben, die Sicherheitsvorteile überwiegen. Du hast Zeit, dich an die neue Oberfläche zu gewöhnen, bevor der Zwang kommt.
Dein PC ist älter, aber leistungsfähig? Du hast drei Optionen:
- Neue Hardware kaufen. Ein PC mit Windows 11 Pro kostet nicht die Welt und läuft zehn Jahre stabil.
- Bypass nutzen. Installier Windows 11 mit Rufus auf eigenes Risiko. Für technisch versierte Nutzer machbar, für alle anderen nicht empfehlenswert.
- Zeit kaufen mit ESU. Die 30 Dollar für Extended Security Updates bringen dich bis Oktober 2026. Dann muss neue Hardware her.
Du willst Windows 11 Pro, aber nicht den Microsoft-Preis zahlen? Gebrauchte Lizenzen aus dem Zweitmarkt sind eine legale Option. Der Europäische Gerichtshof hat 2012 im UsedSoft-Urteil bestätigt, dass der Weiterverkauf von Software-Lizenzen legal ist. Das gilt auch für Windows und Office. Bei Keywi bekommst du genau das: geprüfte, rechtssichere Lizenzen mit nachvollziehbarer Herkunft und echtem Support, falls mal was nicht klappt.
Die ehrliche Einschätzung: Windows 11 ist besser, als sein Ruf
Ich war selbst skeptisch. Die neue Taskleiste nervt mich noch heute. Aber nach über einem Jahr Nutzung sage ich: Windows 11 ist das bessere System. Die Sicherheitsarchitektur ist solider. Das Fenstermanagement spart mir täglich Zeit. Und auf meinem aktuellen Rechner läuft alles spürbar flüssiger als unter Windows 10.
Die Hardware-Sperre ist ärgerlich, aber aus Microsofts Sicht nachvollziehbar. Alte CPUs können moderne Sicherheitsfeatures wie VBS und HVCI nicht ohne massive Performance-Einbußen nutzen. Das hätte zu Frustration geführt.
Mein Rat: Nimm den Umstieg als Chance. Wenn dein PC die Anforderungen erfüllt, gibt es keinen Grund zu warten. Wenn nicht, plane den Hardware-Wechsel bis Oktober 2026. Auf Windows 12 zu spekulieren ist Glücksspiel mit deiner IT-Sicherheit.
Der Preis-Check: Was kostet der Umstieg wirklich?
Die gute Nachricht: Das Upgrade von Windows 10 auf Windows 11 ist kostenlos, wenn dein PC die Anforderungen erfüllt. Du behältst deine Programme und Daten.
Wenn du von Home auf Pro wechseln willst, verlangt Microsoft offiziell rund 100 Euro. Bei Keywi bekommst du Pro-Lizenzen rund 30% günstiger, rechtssicher und mit Support.
Für neue Hardware musst du zwischen 400 und 800 Euro einplanen, wenn du einen ordentlichen Office-PC willst. Aber ein gut gewählter PC hält heute problemlos sieben bis zehn Jahre. Das relativiert den Preis.
Der versteckte Vorteil: DirectStorage
Wenn du auf deinem PC auch zockst, hat Windows 11 einen Trumpf im Ärmel. DirectStorage ermöglicht es Spielen, Daten direkt von der NVMe-SSD in den Grafikspeicher zu laden. Der Umweg über CPU und RAM entfällt. Das Ergebnis: drastisch verkürzte Ladezeiten bei unterstützten Spielen.
Ein Ladevorgang der unter Windows 10 noch acht Sekunden dauert, lädt mit Windows 11 und aktiviertem DirectStorage in unter drei Sekunden. Nicht jedes Spiel unterstützt das Feature, aber die Liste wächst.
Auto HDR ist der andere Gaming-Vorteil. Windows 11 rechnet SDR-Spiele automatisch auf HDR hoch, wenn du einen entsprechenden Monitor hast. Ältere Titel bekommen plötzlich sattere Farben und bessere Kontraste. Ohne dass die Entwickler etwas tun müssen.
Das Lizenz-Thema: Worauf du beim Kauf achten solltest
Viele meiner Leser fragen nach günstigen Windows-Lizenzen. Hier ist die rechtliche Lage klar: Der Europäische Gerichtshof hat im UsedSoft-Urteil entschieden, dass gebrauchte Software-Lizenzen weiterverkauft werden dürfen. Das betrifft auch Volumenlizenzen aus Firmenauflösungen.
Aber nicht jeder Anbieter im Netz ist seriös. Achte auf folgende Punkte:
- Der Händler muss die Herkunft der Lizenz dokumentieren können
- Du brauchst eine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer
- Die Lizenz darf nur einmal aktiviert sein, bevor du sie kaufst
- Finger weg von 10 Euro-Angeboten, die sind meist grau oder illegal
Bei Keywi erfüllst du alle diese Kriterien automatisch. Du zahlst für Windows 11 je nach Version zwischen 60 und 70 Euro statt des Microsoft-Preises. Und du bekommst Rechtssicherheit plus Garantie auf Funktion. Der Unterschied zu eBay-Schnäppchen: Wir können die Herkunft jeder Lizenz nachweisen und stehen mit unserem Namen dafür gerade.
Mein persönliches Setup und warum es funktioniert
Ich arbeite seit 2024 mit Windows 11 Pro auf einem Ryzen 5 7600 System. Die Installation lief problemlos. BitLocker verschlüsselt meine Arbeitspartition. Windows Hello entsperrt den PC per Fingerabdruck. Die Snap Layouts nutze ich täglich für Recherche auf der einen und Textverarbeitung auf der anderen Bildschirmhälfte.
Was mich auch nicht überrascht hat: Der Speicherverbrauch im Leerlauf ist höher als unter Windows 10. Mit 128 GB RAM merke ich das nicht, aber auf 8 GB Systemen könnte es eng werden. Wenn du knapp bei Kasse bist, solltest du beim Hardware-Upgrade nicht an RAM sparen.
Mit PowerToys und ein paar Registry-Tweaks hab ich das System so hingebogen, wie ich es brauche. Nicht perfekt, aber erträglich. Microsoft arbeitet angeblich an mehr Flexibilität für die Taskleiste, aber ich glaube erst daran, wenn ich es sehe.
Stand Dezember 2025: Windows 11 ist reif. Die großen Bugs der Anfangszeit sind behoben. Der Umstieg macht Sinn. Je früher du ihn angehst, desto entspannter wird er.






